Abschied … und dein Herz zerspringt

Samson und Charly

Abschied…

Ich konnte nicht schreiben, es tut immer noch weh. Am 10.Mai hat mich Charly verlassen. Es war der Krebs, der stärker war als mein so starker Kater. Wir haben gekämpft und gehofft und irgendwann wollte Charly nicht mehr länger kämpfen. Also gingen wir ihn zusammen, den schweren, letzten Weg.

Nachdem die endgültige Diagnose da war, Lungenkrebs im Endstadium, war für mich klar, dass es nun keine weitere Behandlung geben wird. Er bekam nur noch Schmerzmittel und etwas dass seine Lunge mehr Luft aufnehmen konnte und wir fuhren heim. Es war klar, dass der Weg nun nicht mehr sehr weit zusammen sein wird und er begann sich auch zurück zu ziehen. Ich gab ihm den Freiraum den er brauchte, war aber immer in der Nähe. Auf die Qualität des Futters hab ich nicht mehr geachtet. Die letzten Tage bekam er all das, was er sonst nicht bekommen hatte, ihm aber geschmeckt hat. Schlecksnack, Trockenfutter, Bierhefe… Ich schlief die letzten Tage bei ihm auf dem Sofa. Immer bereit ihm zu helfen, wenn er husten musste. Nano und Hanky haben wir in den letzten Tagen ausquartiert, da Hanky auf Charlys Hustenanfälle mit Aggressionen reagiert hat.

Und so wurde es plötzlich immer stiller. Der 10. Mai war der erste sonnige Tag nach vielen schlechten. Er schleppte sich auf seinen Lieblingsplatz am Fenster, wo die Morgensonne sein dunkles Fell erwärmte. Dort schlief er ruhig. Mir war klar, er will nun gehen und ich rief den Tierarzt an, dass wir jetzt bereit sind. Ich hätte ihm gern ermöglicht, an seinem Lieblingsplatz zu gehen. Seine Lunge hatte andere Pläne. Die Atemnot wurde plötzlich immer schlimmer und wir mussten schnell handeln. Wir fuhren zum Tierarzt und er schlief in meinen Armen ein. Sein kleines Köpfchen wurde plötzlich ganz schwer. Er umarmte meine Hand noch und war dann … gegangen.

Noch immer kullern die Tränen wenn ich an den Moment zurückdenke. Er liegt nun bei Samson. Zusammen spielen sie auf dem Regenbogen fangen und jagen Motten und sie warten auf mich, bis ich eines Tages zu ihnen stoße und wir wieder zu dritt kuscheln können.

Krebs ist ein Arschloch

Auch Samson starb an Krebs. Leberkrebs. Der Abschied von meinen Jungs, meinen Prinzen war so schrecklich, dass ich glaubte an diesem Schmerz zu zerspringen. Leider habe ich nicht nur Mitgefühl und Verständnis für diesen Schmerz erlebt. Es fielen leider auch Sätze wie „Es ist doch nur eine Katze“ Solche Sätze schmerzen unglaublich. Mit Samson habe ich über einen Monat gekämpft, habe ihn mit einer Spritze gefüttert, ihn zum Klo getragen, sein Köpfchen gehalten als er es selbst nicht mehr konnte um dann doch gegen den Krebs zu verlieren. Ein solcher Abschied zerreist innerlich.

Doch Samson zeigte mir klar, was er will. Er zeigte mir, dass er kämpfen will und genauso zeigte er mir, dass er jetzt keine Kraft mehr hat und ich ihn gehen lassen soll. Es war an Christi Himmelfahrt 2014. Ein Donnerstag. Da ich ein Hochbett hatte, auf das Samson nicht mehr hoch kam, übernachtete ich seit Wochen auf einem kleinen Zweisitzer in meinem Wohnzimmer. Es war 4:00 früh als er mich plötzlich anstuppste. Ich griff ganz automatisch nach ihm um ihm zu zeigen, dass ich bei ihm bin und bemerkte, er ist ganz nass. Mein erster Gedanke war, er ist wieder in seinen Napf gefallen und hat nun die „Astronautennahrung“ im Fell hängen. Plötzlich wurde mir klar, dass kein Futter rumstand, ich hatte am Abend vorher alles weggeräumt.

Ich wusste, er möchte gehen

In böser Vorahnung machte ich das Licht an und er war voller Blut. Sein Blick war ruhig und ich wusste, es ist vorbei. Er sank in meinen Armen zusammen, beim Aufstehen sah ich wo das Blut her kam, er hatte Wohl all das Blut erbrochen und ist dann hineingefallen. Sofort rief ich den Tierarzt. Dieser meinte, es könnte an den Medikamenten liegen, ich solle kommen und mir noch keine großen Sorgen machen, aber ich wusste, es war jetzt soweit. Beim Tierarzt angekommen, hatte Samson nur noch eine Körpertemperatur von knapp 34°C. Der Arzt sah nun auch, dass es nun vorbei war und wir entschieden ihn gehen zu lassen. Er schlief innerhalb von Sekunden in meinen Armen ein. Ich konnte ihn nicht mehr los lassen,  versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, es war aber nicht möglich, konnte ihn einfach nicht mehr los lassen.

Wir fuhren nach Hause, damit Charly sich verabschieden konnte. Ich legte ihn auf dem Fensterbrett ab und Charly beschnüffelte ihn ausgibig und wante sich dann ab. Ich bereitete eine kleine Kiste mit einem Leintuch, seinem lieblingsspielzeug und ein paar Blumen und legte ihn dort vorsichtig hinein. Er sah aus als ob er schläft … aber das tat er nicht…

Das letzte Bild

Das letzte Bild hat immer einen besonderen Status. Jedes dieser Bilder repräsentieren für mich den Abschied von meinen Prinzen.

Das letzte Foto Charly

 

Charly, auf sienem Lieblingsplatz in der Sonne…

 

 

 

 

 

 

Letztes Bild Samson

 

 

Samsons letztes Bild, zusammen mit Charly in unserem Wohnzimmer…

 

 

Ich  habe meine beiden Prinzen verloren. Samson mein Sonnenschein. Mein Lebenspartner mein Seelenverwandter und große Liebe und Charly, mein Fels in der Brandung, mein Ruhepol, mein bester Freund… Ich vermisse euch so sehr… jeden Tag, jede Nacht.

Es gibt diese Wesen die die Seele berühren. Die sich anfühlen als wären sie immer da gewesen und immer da sein. Irgendwann sind wir wieder zusammen… Ich liebe euch!

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